Jemal Nebez Preis
Sehr geehrte Besucherinnen und Besucher,
Liebe Freunde der Jemal Nebez Foundation
Mit diesem Preis, der in loser Folge vergeben wird, bestenfalls jedes 2. Jahr, feiern wir die Ausnahmepersönlichkeit von Jemal Nebez sowie seine Lebensleistung, indem wir geeignete Kandidatinnen und Kandidaten finden und dann mit dem Jemal Nebez Preis auszeichnen, die ebenfalls Wichtiges im Sinne der Kurden und Kurdistans zu leisten vermögen bzw. schon geleistet haben. Das können sowohl Einzelpersonen, Gruppen oder Projekte sein.
Wir haben vor, den nächsten Jemal Nebez außerplanmäßig und bald zu vergeben.
Der Vorstand hat sich für die Bestellung von
Mehmet S. Bedirxan M.A.
aus Nordkurdistan als nächsten Veranstalter/Organizer entschieden. Bedirxan hat die Aufgabe gerne übernommen. Wir freuen uns darüber.
Die Stiftung und der neue Veranstalter/Organizer freuen sich über jede Unterstützung.
Über den Jemal Nebez Preis und seine Vergabe
Was die Lebensleistung von Jemal Nebez angeht, wer eine Einstiegsinformation dazu benötigt, siehe dazu auch die Präambel zu unserer Satzung auf dieser Seite. Die von uns weiterhin betreute Webseite jemalnebez.org/literatur enthält zudem eine mit Thumbnail Abbildungen versehene Übersicht seiner zwischen 1955 und 2017 veröffentlichten Werke.
Unsere Lösung für die Suche nach Kandidatinnen und Kandidaten und ihre Auswahl
Im Frühjahr 2022 kamen wir mit Sirwan S. Renas aus Rojhelat/Ostkurdistan in ausführlichen Kontakt zum Thema und boten ihm schließlich an, die Organisation des Auswahl- und Vergabeverfahrens des 1. JN-Preises zu übernehmen. Wir stimmten überein, dass Richtlinien für das Vorgehen zu entwickeln und auch eine JN-Preiskommission zu bilden wären, die ihm in dem anschließenden Prozess zur Seite stehen würde, was ihm noch im Laufe des Jahres 2022 gelang.
Der JN-Preis ist bisher zweimal vergeben worden, 2023 und 2025
Alle JN-Preisträger sind auf ihre Weise hervorragend
Im Frühjahr 2023 hatte die Preiskommission ihre Auswahl getroffen, und der Vorstand stimmte zu. Nach Zustimmung der Preisträgerin wurde ihr Name und eine erste Begründung für ihre Wahl auf dieser Webseite bekanntgegeben:
Zara Mohammadi aus Rojhelat/Ostkurdistan, JN-Preisträgerin 2023
Nicht nur ist Zara eine Frau und hatte schon über Jahre ihr Fachwissen als lizensierte Lehrerin eben auch in den Dienst der kurdischen Sprache und ihrer Weiterentwicklung gestellt, zudem in diesen schwierigen Zeiten und innerhalb der Islamischen Republik Iran. Sie hat sich eben dort in der Heimat auch für das Recht ihrer kurdischen Mitbürgerinnen und Bürger eingesetzt, ihre kurdische Identität ungestraft leben zu dürfen.
Die eigentliche Verleihung des Preises fand dann im Dezember 2023 in Anwesenheit ihrer Schwester, die den Preis stellvertretend entgegennahm, statt. Zara Mohammadi selbst schickte uns eine Video-Botschaft.
Mit Zara war die Wahl auch deshalb gut getroffen, weil Jemal Nebez ähnlich wie Zara - Jahrzehnte vorher selbst gewirkt hatte, dann in seiner Heimatregion in Bashur/ Südkurdistan. Er war kurze Zeit hauptberuflich als Gymnasiallehrer im Irak tätig. In seiner Freizeit und mit selbst entwickelten Materialien brachte er kurdischen Schülern seine Fächer Physik und Mathematik in ihrer Muttersprache näher. Auf Bildung und Wissen zu setzen, und die eigenen Ressourcen großzügig einzusetzen, ist immer ein Schritt vorwärts, das wusste Jemal Nebez damals. Das weiß Zara. Wir schätzen sie hoch.
Sirwan Renas konnte während seiner Zeit als Organisator eine schöne Ergänzung zu den Möglichkeiten des JN-Preisverfahrens vorschlagen, die er zusammen mit der von ihm zusammengestellten Preiskommission noch vor der Preisverleihung erdacht und mit Zustimmung des Vorstands erstmals durchgeführt hatte. Es könnte auch durch Spenden das von der Stiftung ausgelobte Preisgeld ergänzt werden. Solche Spenden wären zweckgebunden auf das Konto der Stiftung einzuzahlen und würden zusammen mit der ausgelobten Summe ausgezahlt werden. Eine Spendensumme von 2000 EURO kam zusammen, wodurch sich in 2023 das Preisgeld auf 4000 EURO erhöhte.
Leidenschaft für die Wissenschaft und Spezialwissen zum Jesidentum: Frau Professor Khanna Omarkhali, JN-Preisträgerin 2025
Nachdem Sirwan im Frühjahr 2024 in den Vorstand der Stiftung berufen werden konnte, machte er die Funktion des JN Preis Organisators frei und schlug ein Mitglied der Preis-Kommission als seine Nachfolgerin vor: Fexriye Adsay aus Amed/Diyarbekir in Bakur/Nordkurdistan. Die in der Türkei lizensierte Lehrerin im Vorruhestand hat sich als Journalistin/ Übersetzerin und Moderatorin in der Heimat einen Namen gemacht. Fexriye wurde noch im Sommer 2024, während eines mehrtägigen Aufenthalts in Berlin vom Vorstand für die vor ihr liegende Aufgaben interviewt und schließlich ernannt, wobei ihr die Gestaltung der ihr zuarbeitenden Preiskommission freigestellt war. Es ergab sich, dass einige der Mietglieder der von Sirwan zusammengestellten Preiskommission unter ihrer Leitung weitermachten, und es gab auch einen Neuzugang: Shano Mate aus Bakur/Nordkurdistan.
Fexriye Adsay und ihre Preiskommission nahmen im Februar/März 2025 Frau Professor Khanna Omarkhali als 2. JN-Preisträgerin in die engere Wahl und entschieden sich schließlich für sie. Mit Zustimmung des Vorstands wurde das Ergebnis zu Newroz 2025 bekanntgegeben:
Frau Professor Khanna Omarkhali, die im Südkaukasus geboren wurde, der jesidischen Glaubensgemeinschaft angehört und lebenspraktisch über die Schwierigkeiten weiß, mit denen Minderheiten entstammende Menschen ständig umzugehen haben. Ihre akademische Laufbahn begann sie in Russland, an der Staatlichen Universität St. Petersburg, wo sie iranische Philologie und Religionswissenschaft studierte und 2006 in Religionswissenschaft promovierte. Nach einer Zeit des Lehrens und Forschens an der Karl-August-Universität Göttingen habilitierte sie sich dort mit einer Arbeit zur Verschriftlichung jesidischer religiöser Texte. Seit 2019 ist Khanna Omarkhali am Institut für Iranistik der Freien Universität Berlin als Professorin tätig.
Mit Khanna war die Wahl auch deshalb gut getroffen, weil Jemal Nebez – über eine wissenschaftliche Tätigkeit im Zusammenhang mit den Vereinigten Theologischen Seminaren der Universität Göttingen – zu einer neuen Einschätzung der in Europa dann „pseudomuslimische Sekten“ genannten, typischerweise in Kurdistan verbreiteten Glaubensgemeinschaften gekommen war. Und an der Freien Universität Berlin hatte Jemal Nebez eine Assistenzprofessur auf Zeit am Institut für Iranistik inne. Er hätte gerne das Fach Kurdologie im Stundenplan der Universität verankert gesehen. Das ist bis heute nicht der Fall.
Wir danken Fexriye für ihre Zeit als Organisatorin des JN-Preises.